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Von Ärzten und Laternen

Autor: Karolin | Datum: 15 November 2010, 05:44 | Kommentare deaktiviert

Horas!

Leider habe ich mal wieder wenig Zeit, um all das Erlebte zu berichten, aber in wenigen Worten sollt Ihr zumindest etwas erfahren.

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll, es ist schon wieder viel zu viel passiert.
So war ich beispielsweise in Medan, um dort mit einem Jungen vom BKM und einer Erzieherin ins Krankenhaus zu fahren. Seit zwei Monaten ist dieser nicht mehr zur Schule gegangen, weil er solche Schmerzen im rechten Bein hatte. Schon als Kind ist er mit zwei ungleichlangen Beinen geboren worden und als er nun vor zwei Monaten Fußball gespielt hat, ist dort irgendetwas passiert. Lange konnte kein Sponsor für die Reise gefunden werden, doch nun ist es ermöglicht worden. Die Diagnose: Er hat eine Knocheninfektion und muss ein halbes Jahr lang alle zwei Monate wieder nach Medan ins Krankenhaus, um sich durchchecken zu lassen und Medizin zu bekommen. In dieser Zeit darf er wieder nicht zur Schule, um sich zu schonen...Alles nicht so einfach für ihn. Wir hoffen sehr, dass die Medizin bald anschlägt!

Ja, dann habe ich auch die deutsche Tradition des Martinssingens nach Indonesien gebracht. So haben wir gemeinschaftlich Laternen gebastelt, einen kleinen Martinsumzug mit Singen vollzogen und die Kinder haben natürlich Süßigkeiten bekommen. Alles in allem eine wirklich schöne Sache :-)

Bald werde ich die Kinder auch in Englisch unterrichten! Da bin ich selbst sehr gespannt, wie das wird...Aber ich warte einfach mal ab, was mein Englischtest heute ergibt, sodass ich mehrere Gruppen bilden kann, da es doch sonst etwas schwierig werden könnte, Kinder von fast vier bis 18 Jahren gleichzeitig zu unterrichten.

Also, bald Neues und viel Mehr!

Ich muss nämlich schon wieder los, die Arbeit ruft! Liebste Grüße und  sampai jumpa, Eure Karo

P.S.: Mir geht es wirklich gut hier und ich bin sehr glücklich, im Kinderheim arbeiten und leben zu können!

 

Baeume pflanzen!

Autor: Karolin | Datum: 01 November 2010, 03:31 | Kommentare deaktiviert

Baeume pflanzen - das war die Hauptaufgabe fuer mein Wochenende!

Ich habe naemlich an einem Umweltprojekt von Freitag bis Sonntag am Tobasee teilgenommen, das von der Universitas Simalungun organisiert wurde. Ein wahnsinns Abenteuer, so viel kann ich sagen!
Das ganze fand im ca. 3-4 Stunden von Pematangsiantar enfernten Sihalpe statt, ein nur mit einem Schiff erreichbares sehr kleines Dorf am Tobasee. Das ist wirklich indonesische Realitaet...es ist arm! (Ich hoffe, dass ich bald noch die Gelegenheit habe, hier Fotos reinzustellen)
Die Landschaft ist aber traumhaft schoen!

Eingeladen wurde ich von einem sehr netten Pfarrer, der in einer Umweltorganisation taetig ist und daher Kontakt zur Universitaet hat. Mit uns kamen rund 200 Studenten und deren Lehrer. Allein das war schon ein Abenteuer, so viele Menschen in einem so kleinen Dorf unterzubringen. Ich habe dann mit gut 40 Leuten in einem zum Glueck recht grossen Haus geschlafen...
Am Samstag startete dann das eigentliche Projekt - Baeume pflanzen! Und das auf einem Berg - ein nicht ganz ungefaehrliches Unterfangen. Aber ich klettere ja gerne und habe es in vollen Zuegen genossen, gerade auch, weil die Landschaft traumhaft schoen ist! So haben wir auf unserem Weg auch ein Ehepaar getroffen, dass in den Bergen lebt, um die Affen von den Kaffeebaeumen fernzuhalten. Es ist echt spannend, wenn man sieht, wie bescheiden diese beiden leben. Kaum fassbar.
Abends wurde dann ordentlich gefeiert, das heisst hier, es wird gesungen und getanzt! Endlich habe ich genug Leute, die wunderbar Salsa tanzen koennen :) Auch habe ich beim Tanzen von traditionellen Taenzen mitgemacht, das hat wirklich Spass gemacht! Es ist auch egal, wie sehr es dabei regnet (ich habe mir natuerlich wieder eine Erkaeltung eingefangen) aber dafuer kann die Freude geteilt werden!
Am naechsten Morgen habe ich dann nach schon bereits gehaltenen Reden (ich muss generell immer eine kleine Rede halten, wenn ich irgendwo hinkomme) im Gottesdienst gebetet und nochmal eine Rede gehalten. Das gestaltet sich mit meinem noch nicht ganz so tollen Indonesisch schwierig, aber zum Glueck gibt es immer jemanden, der Englisch spricht. Singen wollte ich dann aber nicht, was ich zum Glueck auch nicht musste...Vor gut 250 Leuten alleine singen...nicht so mein Ding ;-)

Leider habe ich nun keine Zeit mehr, weiter zu schreiben, aber das kommt...irgendwann...

Nur noch ganz kurz: ich bekomme rein gar nichts von Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbruechen mit, denn Pematangsiantar liegt sehr geschuetzt! Also keine Sorge, mir geht es gut!

In diesem Sinne bis bald, es gruesst Euch Eure Karo :)

 

 

Arbeit!

Autor: Karolin | Datum: 25 Oktober 2010, 05:38 | Kommentare deaktiviert

Halloo allerseits!

Ich arbeiteeee! :-)

Seit einer Woche bin ich nun im BKM und habe das Gefühl, dass ich die Arbeit, die ich in den letzten Wochen nicht erledigen konnte, sehr schnell im Kinderheim aufholen kann...Es gibt viel zu tun!

Aufgenommen wurde ich sehr herzlich, die Kinder sind wirklich toll und in meinem Zimmer befindet sich sogar ein Schrank, ein kleiner Schreibtisch und ein Spiegel :-)

Das Heim besteht aus drei Häusern - einem Haus, in dem die unterste Etage die Empfangshalle bildet und wo gleichzeitig Ibu Rina - sie ist die Leiterin des Kinderheims - mit ihrer kleinen Familie zwei Zimmer bewohntund ein Badezimmer, das aber grundsätzlich von jedem benutzt werden kann.
Die Treppe rauf kommt man in den Schlafsaal der Mädchen. Ich glaube es sind um die 12...Es gibt noch einen überdachten Balkon und mein Zimmer.

Im zweiten Haus befindet sich in der unteren Etage ein Lern-und Hausaufgabenraum, in dem auch eine kleine Kanzel und Bänke für eine Andacht o.ä. Platz finden. Die zweite Etage "gehört" den Jungen, die wesentlich mehr sind. Insgesamt sind es 36 Kinder, wobei man sagen muss, dass es nicht nur Kinder sind. Die Alterspanne reicht von 3-18 Jahre. Auch Ibu Lensi und Ibu Betty haben dort ihre Zimmer, die ebenfalls Mitarbeiterinnen sind.

Das dritte Haus enthält eine große Küche, einen Speisesaal und draußen einen Abwaschplatz. Dieses Haus wurde erst letztes Jahr von einem deutschen Architekten gebaut und ist sehr schön und bunt geworden.

Dann gehören zum BKM noch jede Menge Hektar Feld, wo beispielsweise Reis angebaut wird. Generell ist das komplette Heim von schöner Natur umgeben, ein Fußballfeld und ein Basketballplatz finden ebenfalls Platz. Auch gibt es hier Hunde, Hühner und Gänse und im kleinen Fluss, der entlang der Felder fließt, fangen die Bauern sogar Fische mit der Hand.

Mein Tagesablauf:

Um 4.30 Uhr klingelt mein Wecker (wenn ich nicht schon früher vom Gesang des Muezins wachgeworden bin), damit ich gewaschen und angezogen um 4.45 Uhr in der Küche stehen kann. Dort wird das Frühstück gekocht: Reis, Gemüse mit entweder Fisch oder Eiern o.ä.

Die Kinder stehen gegen kurz vor fünf auf, machen eine kleine Andacht und singen zusammen. Dann wird sich geduscht und Haushaltsarbeiten nachgegangen, es wird gefegt, gewischt, geputzt und gekocht.

Gegen 6Uhr, meistens etwas später, gibt es Frühstück. Einige ältere Kinder gehen dann schon schnell Richtung Bus, um in die Schule zu fahren. Das BKM liegt nämlich ungefähr 30min entfernt vom Stadtkern.

Die anderen bleiben noch ein bisschen, spielen oder packen ihre Schulsachen und stellen sich gegen sieben oder etwas später in einer Reihe auf, geloben, dass sie ihre Schulsachen pfleglich behandeln und gut in der Schule mitmachen und gehen anschließend zu Fuß zur Schule gegenüber.

Dies ist die Zeit, wo ich mich noch einmal hinlegen kann, meine Wäsche mit der Hand wasche, dusche oder den Nachmittag vorbereite. Dazu komme ich noch später.

Ab 12 Uhr treffen die Kinder nach und nach ein, sodass mit dem Großteil der Kinder um 13 Uhr Mittagsessen eingenommen werden kann. Dies sieht ähnlich aus, wie das Frühstück, wobei es aber immer noch als Nachtisch Obst gibt.

Nach dem Essen haben die Kinder eine gute Stunde Zeit, sich auszuruhen, damit es später dann wieder mit Haushaltsbeschäftigungen weiter gehen kann.

Gegen halb vier oder vier bin ich dann an der Reihe. Ich habe mit Ibu Rina abgesprochen, dass ich jeden Tag ungefähr eine Stunde, es dauert immer länger, mit den Kindern spiele, bastle oder male. Dies ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass es 36 Kinder in verschiedenen Altersklassen sind! Außerdem bin ich noch nicht der Indonesisch-Profi, sodass es immer nicht ganz so läuft, wie es soll, aber es klappt irgendwie. So haben wir schon jede Menge (Perlen-)Armbänder gemacht, das Chaosspiel gespielt (das war wirklich ordentlich chaotisch ;-)), Bilder gemalt, die an der Wand "kita" ergeben, kita heißt wir, und "Auf den Tisch des Hauses" gespielt. Mal sehen, wann mir die Ideen ausgehen...

Grundsätzlich bin ich danach heiser, was meiner Erkältung und meinen Halsschmerzen leider nicht so gut tut. Aber die Kinder sind glücklich und ich auch!

Um 18 Uhr gibt es Abendessen und danach werden die Hausaufgaben gemacht. Dabei bin ich machmal mehr oder weniger eine große Hilfe, aber irgendwie klappt es dann mit ein paar Brocken Indonesisch und Englisch doch. 

Indonesisch lernen tue ich hier übrigens viel schneller, da es nunmal  keine deutschsprechende Lertina mehr gibt. Die Kinder freuen sich aber auch immer, wenn sie wieder mein Deutsch-Indonesisch-Wörterbuch auseinandernehmen können und sich im Deutschsprechen üben, wirklich amüsant. So müssen sie auch über mich denken...

Nachdem die Hausaufgaben geschafft sind, was meistens gegen halb neun ist, ruft das Bett und der Tag ist vorbei. Denn am nächsten Morgen muss ja wieder früh aufgestanden werden...

So, jetzt habe ich ganz schön viel erzählt, möchte aber noch eins loswerden, denn ich habe im BKM kein Internet! Momentan sitzte ich wieder bei Lertina im Büro, weil wir über das Wochenende zum "Pesta Danau Toba" eingeladen wurden. Dieses Fest am Tobasee findet einmal im Jahr statt und ist echt wahnsinnig voll. Es werden Tänze getanzt, Traditionen vorgeführt, verschiedene Sänger treten auf, Zauberer sind da und über 35 Marching-Bands geben ihr bestes! Grundsätzlich war es aber echt schön und interessant, aber froh war ich schon, als ich endlich in meinem Zimmer in Lertinas Haus gelandet bin. 

Gleich geht die Reise wieder zurück ins Kinderheim und deshalb sage ich auch Tschüss und bis zum nächsten Mal ;-) Verzeiht mir, wenn ich nicht sofort zurückschreibe, aber die Zeit ist knapp, um in die Stadt zu fahren und einen Internetstick zu kaufen...

Macht es gut und bis bald, Eure Karo

 

 

Ganz kurz...

Autor: Karolin | Datum: 14 Oktober 2010, 04:33 | Kommentare deaktiviert

Nur kurz eine Information:
Ab kommenden Montag werde ich nun im Kinderheim arbeiten und wohnen!
Ich freue mich sehr und hoffe, dass ich dort durch die Kinder schneller die Sprache lerne. Was dort alles passiert, versuche ich zu berichten, sofern ich dort auch so gutes Internet habe, wie hier im Kantor Pusat.

Bis dahin macht es gut, Eure Karo

 

Neuigkeiten!

Autor: Karolin | Datum: 13 Oktober 2010, 04:45 | Kommentare deaktiviert

Horas!

Es gibt Neuigkeiten!

Ab dieser - oder vielleicht auch nächsten Woche (mit genauen Plänen haben es die Indonesier ja nicht so) - werde ich vorübergehend im Kinderheim - kurz BKM - arbeiten und wohnen. Dies ist das Heim, in dem ich eigentlich eh für das Jahr über untergebracht sein sollte.
Warum nun das ganze? Das AIDS-Zentrum "Pondok Kasih" sucht immer noch nach einer neuen Unterkunft. Diese Suche gestaltet sich aber eher schleppend und bis nun ein neues Haus gefunden ist, soll ich und will ich auch nicht ganz untätig bleiben. Daher habe ich mich entschieden, im BKM zu leben. Sobald das neue Haus des "Pondok Kasih" eingerichtet ist, werde ich dann dort arbeiten und auch in dem Haus wohnen.
Ich bin mal gespannt, wann es soweit sein wird ;-)

Ansonsten geht es mir wirklich richtig gut! Ich erlebe, dank Lertina, jeden Tag sehr viel und habe beispielsweise schon den Toba-See betaunen können.

Meine "neue Schwester" hat mir auch einen neuen Nachnamen gegeben, ich bin also offiziell in Ihrer "Sippe" aufgenommen worden.
Hier gibt es viele von diesen "Sippen". Eine Sippe ist eine wahnsinnig große "Familie", in der die Leute alle den gleichen Nachnamen haben. Auch wenn man nur zufällig eine Person trifft, die den gleichen Nachnamen hat, ist man gleich die Schwester oder der Bruder. So entstehen schnell enge Kontakte, weil man sich automatisch "ähnelt" - auch wenn es in unserem Verständins nur der Nachname ist.
Ich heiße nun Saragih und alle anderen, die Saragih heißen, sind automatisch meine Brüder und Schwestern. Schön, oder? :-)
Da man aber Bruder und Schwester ist, darf man in keinem Fall jemanden aus der gleichen Sippe heiraten. Schließlich muss der Nachname möglichst weit verbreitet werden! Die Frauen nehmen dabei immer den Namen des Mannes an, wodurch die Töchter aber oft noch als minderwertig betrachtet werden. Falls nun ein Ehepaar nur Töchter als Kinder hat, kann es passieren, dass vor allem Männer sagen, sie hätten noch keine Kinder, weil ja noch kein Junge dabei ist. Der "moderne" Indonesier sieht dies, wie ich finde, zum Glück nicht mehr so.

Nun gut, ich halte Euch auf dem Laufenden! Bis bald und macht es gut, Eure Karo aus der Ferne :-)

 

 

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