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Arbeit!

Autor: Karolin | Datum: 25 Oktober 2010, 05:38 | Kommentare deaktiviert

Halloo allerseits!

Ich arbeiteeee! :-)

Seit einer Woche bin ich nun im BKM und habe das Gefühl, dass ich die Arbeit, die ich in den letzten Wochen nicht erledigen konnte, sehr schnell im Kinderheim aufholen kann...Es gibt viel zu tun!

Aufgenommen wurde ich sehr herzlich, die Kinder sind wirklich toll und in meinem Zimmer befindet sich sogar ein Schrank, ein kleiner Schreibtisch und ein Spiegel :-)

Das Heim besteht aus drei Häusern - einem Haus, in dem die unterste Etage die Empfangshalle bildet und wo gleichzeitig Ibu Rina - sie ist die Leiterin des Kinderheims - mit ihrer kleinen Familie zwei Zimmer bewohntund ein Badezimmer, das aber grundsätzlich von jedem benutzt werden kann.
Die Treppe rauf kommt man in den Schlafsaal der Mädchen. Ich glaube es sind um die 12...Es gibt noch einen überdachten Balkon und mein Zimmer.

Im zweiten Haus befindet sich in der unteren Etage ein Lern-und Hausaufgabenraum, in dem auch eine kleine Kanzel und Bänke für eine Andacht o.ä. Platz finden. Die zweite Etage "gehört" den Jungen, die wesentlich mehr sind. Insgesamt sind es 36 Kinder, wobei man sagen muss, dass es nicht nur Kinder sind. Die Alterspanne reicht von 3-18 Jahre. Auch Ibu Lensi und Ibu Betty haben dort ihre Zimmer, die ebenfalls Mitarbeiterinnen sind.

Das dritte Haus enthält eine große Küche, einen Speisesaal und draußen einen Abwaschplatz. Dieses Haus wurde erst letztes Jahr von einem deutschen Architekten gebaut und ist sehr schön und bunt geworden.

Dann gehören zum BKM noch jede Menge Hektar Feld, wo beispielsweise Reis angebaut wird. Generell ist das komplette Heim von schöner Natur umgeben, ein Fußballfeld und ein Basketballplatz finden ebenfalls Platz. Auch gibt es hier Hunde, Hühner und Gänse und im kleinen Fluss, der entlang der Felder fließt, fangen die Bauern sogar Fische mit der Hand.

Mein Tagesablauf:

Um 4.30 Uhr klingelt mein Wecker (wenn ich nicht schon früher vom Gesang des Muezins wachgeworden bin), damit ich gewaschen und angezogen um 4.45 Uhr in der Küche stehen kann. Dort wird das Frühstück gekocht: Reis, Gemüse mit entweder Fisch oder Eiern o.ä.

Die Kinder stehen gegen kurz vor fünf auf, machen eine kleine Andacht und singen zusammen. Dann wird sich geduscht und Haushaltsarbeiten nachgegangen, es wird gefegt, gewischt, geputzt und gekocht.

Gegen 6Uhr, meistens etwas später, gibt es Frühstück. Einige ältere Kinder gehen dann schon schnell Richtung Bus, um in die Schule zu fahren. Das BKM liegt nämlich ungefähr 30min entfernt vom Stadtkern.

Die anderen bleiben noch ein bisschen, spielen oder packen ihre Schulsachen und stellen sich gegen sieben oder etwas später in einer Reihe auf, geloben, dass sie ihre Schulsachen pfleglich behandeln und gut in der Schule mitmachen und gehen anschließend zu Fuß zur Schule gegenüber.

Dies ist die Zeit, wo ich mich noch einmal hinlegen kann, meine Wäsche mit der Hand wasche, dusche oder den Nachmittag vorbereite. Dazu komme ich noch später.

Ab 12 Uhr treffen die Kinder nach und nach ein, sodass mit dem Großteil der Kinder um 13 Uhr Mittagsessen eingenommen werden kann. Dies sieht ähnlich aus, wie das Frühstück, wobei es aber immer noch als Nachtisch Obst gibt.

Nach dem Essen haben die Kinder eine gute Stunde Zeit, sich auszuruhen, damit es später dann wieder mit Haushaltsbeschäftigungen weiter gehen kann.

Gegen halb vier oder vier bin ich dann an der Reihe. Ich habe mit Ibu Rina abgesprochen, dass ich jeden Tag ungefähr eine Stunde, es dauert immer länger, mit den Kindern spiele, bastle oder male. Dies ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass es 36 Kinder in verschiedenen Altersklassen sind! Außerdem bin ich noch nicht der Indonesisch-Profi, sodass es immer nicht ganz so läuft, wie es soll, aber es klappt irgendwie. So haben wir schon jede Menge (Perlen-)Armbänder gemacht, das Chaosspiel gespielt (das war wirklich ordentlich chaotisch ;-)), Bilder gemalt, die an der Wand "kita" ergeben, kita heißt wir, und "Auf den Tisch des Hauses" gespielt. Mal sehen, wann mir die Ideen ausgehen...

Grundsätzlich bin ich danach heiser, was meiner Erkältung und meinen Halsschmerzen leider nicht so gut tut. Aber die Kinder sind glücklich und ich auch!

Um 18 Uhr gibt es Abendessen und danach werden die Hausaufgaben gemacht. Dabei bin ich machmal mehr oder weniger eine große Hilfe, aber irgendwie klappt es dann mit ein paar Brocken Indonesisch und Englisch doch. 

Indonesisch lernen tue ich hier übrigens viel schneller, da es nunmal  keine deutschsprechende Lertina mehr gibt. Die Kinder freuen sich aber auch immer, wenn sie wieder mein Deutsch-Indonesisch-Wörterbuch auseinandernehmen können und sich im Deutschsprechen üben, wirklich amüsant. So müssen sie auch über mich denken...

Nachdem die Hausaufgaben geschafft sind, was meistens gegen halb neun ist, ruft das Bett und der Tag ist vorbei. Denn am nächsten Morgen muss ja wieder früh aufgestanden werden...

So, jetzt habe ich ganz schön viel erzählt, möchte aber noch eins loswerden, denn ich habe im BKM kein Internet! Momentan sitzte ich wieder bei Lertina im Büro, weil wir über das Wochenende zum "Pesta Danau Toba" eingeladen wurden. Dieses Fest am Tobasee findet einmal im Jahr statt und ist echt wahnsinnig voll. Es werden Tänze getanzt, Traditionen vorgeführt, verschiedene Sänger treten auf, Zauberer sind da und über 35 Marching-Bands geben ihr bestes! Grundsätzlich war es aber echt schön und interessant, aber froh war ich schon, als ich endlich in meinem Zimmer in Lertinas Haus gelandet bin. 

Gleich geht die Reise wieder zurück ins Kinderheim und deshalb sage ich auch Tschüss und bis zum nächsten Mal ;-) Verzeiht mir, wenn ich nicht sofort zurückschreibe, aber die Zeit ist knapp, um in die Stadt zu fahren und einen Internetstick zu kaufen...

Macht es gut und bis bald, Eure Karo

 

 

Ganz kurz...

Autor: Karolin | Datum: 14 Oktober 2010, 04:33 | Kommentare deaktiviert

Nur kurz eine Information:
Ab kommenden Montag werde ich nun im Kinderheim arbeiten und wohnen!
Ich freue mich sehr und hoffe, dass ich dort durch die Kinder schneller die Sprache lerne. Was dort alles passiert, versuche ich zu berichten, sofern ich dort auch so gutes Internet habe, wie hier im Kantor Pusat.

Bis dahin macht es gut, Eure Karo

 

Neuigkeiten!

Autor: Karolin | Datum: 13 Oktober 2010, 04:45 | Kommentare deaktiviert

Horas!

Es gibt Neuigkeiten!

Ab dieser - oder vielleicht auch nächsten Woche (mit genauen Plänen haben es die Indonesier ja nicht so) - werde ich vorübergehend im Kinderheim - kurz BKM - arbeiten und wohnen. Dies ist das Heim, in dem ich eigentlich eh für das Jahr über untergebracht sein sollte.
Warum nun das ganze? Das AIDS-Zentrum "Pondok Kasih" sucht immer noch nach einer neuen Unterkunft. Diese Suche gestaltet sich aber eher schleppend und bis nun ein neues Haus gefunden ist, soll ich und will ich auch nicht ganz untätig bleiben. Daher habe ich mich entschieden, im BKM zu leben. Sobald das neue Haus des "Pondok Kasih" eingerichtet ist, werde ich dann dort arbeiten und auch in dem Haus wohnen.
Ich bin mal gespannt, wann es soweit sein wird ;-)

Ansonsten geht es mir wirklich richtig gut! Ich erlebe, dank Lertina, jeden Tag sehr viel und habe beispielsweise schon den Toba-See betaunen können.

Meine "neue Schwester" hat mir auch einen neuen Nachnamen gegeben, ich bin also offiziell in Ihrer "Sippe" aufgenommen worden.
Hier gibt es viele von diesen "Sippen". Eine Sippe ist eine wahnsinnig große "Familie", in der die Leute alle den gleichen Nachnamen haben. Auch wenn man nur zufällig eine Person trifft, die den gleichen Nachnamen hat, ist man gleich die Schwester oder der Bruder. So entstehen schnell enge Kontakte, weil man sich automatisch "ähnelt" - auch wenn es in unserem Verständins nur der Nachname ist.
Ich heiße nun Saragih und alle anderen, die Saragih heißen, sind automatisch meine Brüder und Schwestern. Schön, oder? :-)
Da man aber Bruder und Schwester ist, darf man in keinem Fall jemanden aus der gleichen Sippe heiraten. Schließlich muss der Nachname möglichst weit verbreitet werden! Die Frauen nehmen dabei immer den Namen des Mannes an, wodurch die Töchter aber oft noch als minderwertig betrachtet werden. Falls nun ein Ehepaar nur Töchter als Kinder hat, kann es passieren, dass vor allem Männer sagen, sie hätten noch keine Kinder, weil ja noch kein Junge dabei ist. Der "moderne" Indonesier sieht dies, wie ich finde, zum Glück nicht mehr so.

Nun gut, ich halte Euch auf dem Laufenden! Bis bald und macht es gut, Eure Karo aus der Ferne :-)

 

 

Ein kleiner Lagebericht

Autor: Karolin | Datum: 01 Oktober 2010, 06:05 | Kommentare deaktiviert

Hallo Ihr Lieben!

Ein kleiner Lagebericht von meiner Seite...

Momentan arbeite ich noch nicht und wohne auch noch bei der Frau, sie heißt Lertina. Dies wird sich bis zum 10.10 auf jeden Fall nicht aendern, denn die Leute vom Pondok Kasih, dem AIDS-Zentrum, wo ich arbeiten soll, muessen noch auf den Bischof und andere wichtige Leute warten, die noch in Tansania sind und erst am 10.10. wieder kommen. Dann werden sie alles besprechen und hoffentlich zu einem Ergebnis kommen.
Einerseits finde ich es schade, dass ich erst so spaet anfangen kann, zu arbeiten, andererseits kann ich mich hier nun perfekt einleben und die Sprache schneller lernen. Lertina ist mir dabei eine sehr grosse Hilfe, sie ist wunderbar und zeigt mir alles. Ausserdem darf ich sie jetzt "Schwester" nennen :-) Sie wohnt hier, aber ihre Familie ist in Jarkarta. Ich bin bei ihr und meine Familie ist in Deutschland. Also sind wir jetzt eine Familie :-) Sie ist echt suess!

Soweit so gut, Ihr werdet von mir hoeren, wenn es etwas neues zu berichten gibt!
Ich habe jetzt uebrigens endlich meinen eigenen indonesischen Pass! Das ist ein tolles Gefuehl!

Liebste Gruesse aus dem mitlerweile angenehmen Pematangsiantar, Eure Karo